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Odilo Weber

Pop goes Minimal – und umgekehrt. Das zumindest könnte die allseits so gefragte Kunstvereinfachung formulieren, wenn sie zu Odilo Webers kleinen Plastiken eine feuilletontaugliche Headline kreieren wollte. Denn Weber verwandelt billige Materialien und Gestaltungen in ästhetische Delikatessen. Bei ihm fügen sich industrielle Imitationen zu lakonischen Montagen, die sich letztlich als subtile Kompositionen erweisen. Er macht aus trivialen Einweghüllen vielschichtige Mehrwegwerke, und es gelingt ihm dabei, die tristen Verpackungsuniversen und Baumarktwelten mit unserer Sehnsucht nach wahrer Bedeutung zu versöhnen – ohne, dass wir auch nur im Geringsten wüssten, was seine Objekte tatsächlich zu bedeuten haben. Wir schauen sie an Wänden oder auf Sockeln, über Türzargen oder in Raumecken mit einigem Erstaunen an, und sie blicken scheinbar amüsiert und mehr als doppelbödig zurück.

Silke Brösskamp

Silke Brösskamp besetzt Räume. Sie wählt ihre Medien meist frei und ent­sprechend der jeweiligen Projekte. Oft sind es Bruchstücke und Überbleibsel von bereits Gebautem, die sie umdeutet oder mittels Rauminstallationen neu inter­pretiert. Neben den raumgreifenden Skulpturen entstehen immer wieder Serien von Zeichnungen – daily object_doubtful attitude sind zeichnerische Montagen von Gebrauchsgegenständen aus dem medizinischen, militärischem Bereich, aus der Schiffstechnik oder der Spielzeugindustrie.

Martin Steinert

Martin Steinert – 1959 in Saarbrücken geboren, erlente Martin Steinert die Bildhauerei in einem saarländischen Bildhauerbetrieb und absolvierte das Studium der Kunst-geschichte an der Universität Saarbrücken. Heute: Bildhauer aus St. Ingbert. Seine Skulpturen, die klaren Strukturen folgen und sich in ihrer festen Form mühelos in Breite und Höhe erstrecken wecken das Interesse mit den Augen auf den Trägern seiner Gebilde entlang zu gleiten. Ausschnitte, die auf sich gestellt ein neues Ganzes bilden. In den Raum erstrecken sich auch Martin Steinerts riesige Holzinstallationen bei denen er ein hölzernes Netz, das aus vielen kleinen Holzlatten besteht, über seine Visionen spannen zu scheint und sie so sichtbar werden lässt. Martin Steinerts Holzinstallatio-nen tragen den passenden Namen wooden clouds und haben an vielen Orten der Welt Platz gefunden. Die Ausstellungen im öffentlichen Raum sind temporär und verkörpern das Vergängliche. Das unbearbeitete Holz, dem Menschen ihre tiefsten Wünsche und Hoffnungen anvertrauten, in dem sie sie auf den Holzlatten niederschrieben, ist den äußeren Gege-benheiten, der Natur, ausgesetzt und somit vergänglich. Martin Steinert hat seine vielen Arbeiten in Büchern festgehalten. Die Buchreihe „wooden cloud“ fängt viele seiner Projekte ein und lässt einen umfangreichen Blick in die Vergangenheit zu.

Ivan Kocić

Ivan Kocic – geboren in Serbien, Absolvent an der Belgrade University of Arts als „Best Artist Of The Year“ im „Department of Wall Painting“. Stellte in über 30 Galerien und über 100 Gruppenausstellungen aus, gewann Auszeichnungen und hieß 2 Jahre lang Schauspieler, Musiker und Künstler in seiner Fernsehshow „Portrait at Ivan´s“ willkommen. 2015 verpasste Ivan Kocic seiner Kunst eine neue Richtung. Mit Portaits aus recycletem Kinderspielzeug manipuliert er die Wahrnehmung des Betrachters und lässt ihn ein Ganzes sehen, dass sich als eine Komposition aus vielen unterschiedlichen Einzelteilen ergibt. Ivan Kocic erschafft ein Werk, dessen Substanz von seinem Erscheinungsbild losgelöst scheint. Der genaue Betrachter vermag mit jedem Blick ein neues Detail auszumachen. Besondere Aufmerksamkeit wird einem Werk zuteil, dass Ivan Kocic um Licht erweitert hat. Es handelt sich hierbei um einen LED Lampe, die als Brillengestell die schönen Augen einer blonden Frau umrahmt.

Johannes Schorr

Johannes Schorr – angetrieben von dem unstillbaren Drang zu erschaffen schweißt nietet und entwirft Johannes Schorr große und kleine, böse und gut, aber gänzlich harmlose eindrucksvolle Skulpturen. Viele Jahre lebte er in Frankfurt, bis Lebensumstände ihn zurück in seine Heimat trieben, wo er jetzt in seiner Werkstatt in St. Ingbert Auftragsarbeiten mit künstlerischem Spielraum fertigt oder vollkommen seinen eigenen Gedanken nachgeht. Seine Arbeit wird von Rockgrößen begleitet, die sich durchs Radio über seine Schweißarbeiten hinweg zu setzen versuchen. Für Johannes Schorr steht eins im Vordergrund, seine Arbeit soll ihm Freude bereiten. Die Metall-Kunst, in die er viel Zeit und Herzblut hineinfließen lässt, erfüllt diesen Anspruch. Das besondere an seinen Werken ist das beständige, denn das Metall hält der Zeit stand.

Michael „JULIUS“ Schwarz

Julius – Michael Julius Schwarz. Ausdrucksstarke Werke üben Kritik. Der Künstler Michael Julius Schwarz, Künstlername Julius schafft Kunst die unausgesprochen tiefgreifend Kritik auf politischer und gesellschaftlicher Ebene übt. Hier werden die großen Probleme der heutigen Zeit und das Wesen des Menschen in einer Streetart und Urban Art angelehnten Kunst verarbeitet. Hierzu kommen kraftvolle Farben, Figuren und Schädel, menschenähnliche Kreaturen, Schriften und Zeichen in Kombination zum Einsatz. In Julius Bildern liegen offene Geheimnisse verborgen, die er in seiner eigenen Sprache verfasst und niedergeschrieben hat. Julius Werke schaffen Raum zur Interpretation und Spekulation. Julius, der Künstler aus St. Ingbert erfreut sich hohen Ansehens in New York und ist dort in mehreren Galerien vertreten. GALLERY PUZIĆ ist die zweite Galerie in Deutschland die Julius mit Bedacht ausgewählt hat, um seine Werke in seiner Heimat zu präsentieren.